dau_alexanderschu

Alexander Schu

(a.schu@gmx.de)

Kampfsport-Biografie

Das Kampfsporttraining begann für mich im Alter von 15 Jahren und ist noch lange nicht beendet. Gestartet habe ich im Ju-Jutsu der saarländischen Polizei, gefolgt von Ninjutsu, Wing-Tsun, Shotokan-Karate, Taekwondo, Kombat Silat, BJJ, Kickboxen, Keysi, Kali usw. 1988 wurde ich von Ninjutsu inspiriert und trainierte dieses System für ungefähr 28 Jahre. Es folgten 3 Reisen nach Japan zum japanischen Ninjutsu-Großmeister Masaaki Hatsumi und seinem direkten Schüler Ishizuka. Dieses System wurde für mich nicht nur zu einem Kampfsystem; Es wurde zu einer Leidenschaft. Leider habe ich in meinem geliebten Ninjutsu-System einen sehr wichtigen Faktor vermisst, der in NJ-Dojos selten oder gar nicht trainiert wurde: „Der Kampf gegen einen nicht kooperativen Gegner!“ Es gab viele extravagante und komplexe Techniken, die aber nie in Randoris praktiziert wurden.

Der Partner blieb stehen, bis der Verteidiger seine Technik beendete. Zum Glück habe ich immer 2 Systeme parallel betrieben. Ich hatte Vollkontaktkämpfe im Taekwondo, Semi-Kontaktkämpfe im Ju-Jutsu und Allkampf-Jitsu. Natürlich müssen wir zwischen Sport und Realität unterscheiden, aber meiner Meinung nach sind Randoris und Kontaktkämpfe ein wichtiger Aspekt in den Martial-Art-Systemen, um die erlernten Techniken an einem „Gegner“ zu testen, der auch gewinnen möchte. Ich hatte dazu eine interessante Erfahrung machen dürfen. 2005 war ich in einem Ninjutsu-Dojo und der Trainer sagte plötzlich, dass wir heute “kämpfen”. Ich war recht froh darüber, weil ich mich auf eine Meisterschaft im Allkampf-Jitsu vorbereitete.

Fazit dieses Randori-Abends: Keiner der Teilnehmer hatte eine Chance. Nach dem ersten Kontakt folgte der klassische Take-Down, gefolgt von einer sofortigen Fixierung am Boden. Warum war das so? Ganz einfach erklärt! Die plötzliche Flexibilität von einer Technik zu einer anderen zu wechseln und den Gegner so zu überraschen und aus dem Konzept zu bringen, wurde nie trainiert. Und ich muss dazu sagen: „Wir haben nach Regeln gekämpft!“ Brutale Selbstverteidigung oder Straßenkämpfe sind eine völlig andere Kategorie und können meiner Meinung nach nicht wirklich trainiert werden, da es sonst in jeder Trainingseinheit zu schweren Verletzungen kommen würde. Da wir das nicht wollen, müssen wir uns mit Kampftraining befassen, das der Realität so nahe wie möglich kommt und das Randori ist eine der besten Optionen für mich.

2016 habe ich in Japan den sogenannten Godan-Test gemacht und bin Shidoshi geworden. Leider muss ich zugeben, dass ich das Bujinkan-Ninjutsu-System danach verlassen habe, um mich ganz auf Allkampf-Jitsu und Jiu-Jitsu zu  konzentrieren. Diese beiden Systeme habe ich nämlich nie wirklich verlassen.

Auch habe ich bis heute Ninjutsu nie verlassen. Ich habe mich nur von der Organisation Bujinkan distanziert.

Meine Verbindung zu Kombat Silat:

2018 traf ich Antonio Di Salvo, der in Italien Kombat Silat betreibt. Antonio entwickelte dieses System, um es auf der Straße einzusetzen. Ich habe ihn zu einem Kurs eingeladen und eine deutsch-italienische Verbindung aufgebaut, die bis heute andauert. Kombat Silat ist sehr effektiv und jeder, der mit Antonio trainiert, kann sich freuen einen solchen Trainer zu haben. Er hat viel Erfahrung in anderen Kampfsystemen und, ähnlich wie bei mir, entschied er sich irgendwann für das System, mit dem er am besten arbeiten kann.

Hall-of-Honours:

Durch meine internationale Tätigkeit in der Luftwaffe, durch Film-Komparsen/Nebenrollen, Seminare und durch Meisterschaften kam ich mit Schauspielern, berühmten Kampfkünstlern und Großmeistern in Kontakt. Zusammen mit den Erfolgen bei den Weltcups 2018 und 2019 wurde ich dann in die Innsbrucker Hall-of-Honours und die Münchner Hall-of-Honours aufgenommen. Dort erhielt ich 2019 die Auszeichnung „Master of the Year“, für die ich dem Veranstalter Gregor Huss sehr dankbar bin.

World Elite Black Belt Society (WEBBS):

2017 nahm ich Kontakt mit Miroslaw Niedbalski auf, der mich mit WEBBS bekannt machte. 2018 und 2019 war es eine Ehre, an den WEBBS-Weltkongressen in England und Kanada teilzunehmen. Endlich eine Reihe von Trainern und Meistern, die nicht nur auf ihr eigenes System fixiert waren, sondern den Kontakt mit vielen anderen Lehrmeistern unterschiedlichster  Kampf-Systeme suchten. Alle Trainer sind sehr aufgeschlossen, obwohl sie hauptsächlich im Jukoshin-Ryu-Jiu-Jitsu-System trainieren. Es ist mir eine Ehre, mich auf internationaler Ebene mit Soke Bryan Cheek und seinen Meistern austauschen zu können.

 

Persönliches Fazit:

Ich kann auf mehr als 35 Jahre Kampftraining zurückblicken und konnte Erfahrungen auf Seminaren, Trainings und Meisterschaften in der ganzen Welt sammeln.

Oft werde ich gefragt: „Was ist das beste System?“

Meine Antwort: „Probiere verschiedene Systeme aus, aber warte nicht zu lange, um zu entscheiden, welches System du als Priorität ausführen möchtest. Überprüfe und beobachte andere Systeme. Sei aufgeschlossen. Kritisiere dein eigenes System und verbessere es kontinuierlich, ohne es zu verlassen. Passe es an die realen Situationen von heute an und vor allem: Genieße jede Trainingseinheit, um dich und andere positiv zu entwickeln!“

Diesbezüglich freue ich mich der neue Sektionsleiter der Deutschen-Allkampf-Union im Bereich Jiu-Jitsu zu sein.

 

Jüngste Erfolge:

World-Cup Bregenz 2019:   1. Platz in Katana-Waffenform
2018 World-Cup Bregenz:   1. Platz in Sai-Waffenform
2018 World-Cup Bregenz:   2. Platz im Hard-Style
2018 Allkampf-Jitsu: 1. Platz, Landkreismeisterschaft